Unabhängiges Evidenz-Journal

Vorsorge, ohne Hype.

Welche Check-ups, Blutwerte und Untersuchungen verbessern wirklich die Gesundheit? Health Detectors erklärt, was die Studien zeigen, bewertet jede Empfehlung mit einem Evidenzgrad und sagt offen, wo die Datenlage unsicher ist. Ohne Produkte, ohne Sponsoren, ohne Verkauf.

So lesen Sie diese Seite

Jede Empfehlung hat einen Evidenzgrad.

Nicht jede Untersuchung ist gleich gut belegt. Der Grad zeigt, wie tragfähig die Datenlage ist, bevor Sie entscheiden.

Hoch

Mehrere randomisierte Studien, große Kohorten oder übereinstimmende Leitlinien. Sinnvoll für alle, auf die die Kriterien zutreffen.

Mittel

Gute Beobachtungsdaten oder einzelne Studien. Ein Thema für das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, abhängig vom persönlichen Risiko.

Aufkommend

Plausibel und aktiv beforscht, aber noch ohne Nachweis, dass es Ergebnisse verbessert. Für Interessierte, klar gekennzeichnet.

Nicht empfohlen

Kein Nutzen belegt oder der Schaden überwiegt. Wir erklären, warum.

Der Basis-Check

Eine sinnvolle Grundlage für das Gespräch mit Ihrem Arzt.

Standard-Check-ups allein senken die Sterblichkeit nachweislich nicht. Was hilft, ist eine gezielte Basis: gut untersuchte Werte, aus denen bei einem auffälligen Ergebnis eine klare Konsequenz folgt. Das ist ein Ausgangspunkt für ein Gespräch, keine Verordnung.

Blutfette & Herzrisiko

  • ApoBZählt alle atherogenen Partikel; genauer als LDL-C allein★★
  • Lipoprotein(a)Weitgehend erblich; Leitlinien empfehlen eine einmalige Messung im Erwachsenenalter★★
  • Triglyceride, HDL-C, LDL-CDas Standard-Lipidprofil★★★
  • BlutdruckDer wichtigste einzelne Messwert★★★

Blutzucker & Stoffwechsel

Niere & Leber

  • Kreatinin / eGFRNierenfunktion; wichtig für die Dosierung von Medikamenten★★★
  • ALT, AST, GGTLeberwerte; normale Werte schließen eine Fettleber nicht aus★★
  • FIB-4-ScoreAus Routinewerten berechnet; zeigt das Risiko einer Leberfibrose★★

Blutbild & Entzündung

  • BlutbildBlutarmut und andere Bluterkrankungen★★
  • hs-CRPNiedriggradige Entzündung; verbessert Standard-Risikoscores kaum★

Ausgewählte Mikronährstoffe

  • FerritinEisenspeicher, besonders bei menstruierenden Frauen★★
  • Vitamin B12Relevant bei Metformin, pflanzlicher Ernährung oder über 60 Jahren★★
  • Vitamin DHäufiger Mangel, doch die Endocrine Society (2024) rät von Routinetests bei Gesunden ab★

Fitness & Körperzusammensetzung

TSH (Schilddrüse) ist in vielen Check-ups enthalten. Ohne Beschwerden ist der Nutzen als Suchtest unsicher; sinnvoll ist der Wert vor allem bei Symptomen oder Risikofaktoren.

Über die Basis hinaus

Weitere Untersuchungen hängen von Ihrem Risiko ab.

Alter, Geschlecht, Familiengeschichte, Rauchen und die Basiswerte entscheiden, was davon sinnvoll ist. In Deutschland regeln gesetzliche Früherkennungsprogramme vieles davon; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kennt den aktuellen Stand.

Herz

★★

Koronarkalk-Score (CT), in ausgewählten Fällen Belastungstest oder Herzultraschall.

Sinnvoll, wenn Ihr berechnetes Herzrisiko im mittleren Bereich liegt und das Ergebnis die Behandlung ändern würde.

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Darmkrebs

★★★

Darmspiegelung (Koloskopie) oder Stuhltest (FIT) in regelmäßigen Abständen.

Sinnvoll ab etwa 45–50 Jahren, früher bei Darmkrebs in der Familie.

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Lungenkrebs

★★★

Niedrigdosis-CT des Brustkorbs.

Sinnvoll bei langjährigem starkem Rauchen, aktuell oder früher.

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Brust & Gebärmutterhals

★★★

Mammographie im Rahmen der Früherkennungsprogramme; HPV- und/oder Pap-Test.

Sinnvoll nach Alter und Programm; früher bei hohem familiärem Risiko.

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Bauchschlagader

★★★

Einmaliger Ultraschall der Bauchaorta.

Sinnvoll für Männer ab 65, besonders bei aktuellem oder früherem Rauchen.

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Nieren

★★★

eGFR aus dem Blut plus Albumin im Urin (UACR).

Sinnvoll bei Bluthochdruck, Diabetes, Herzerkrankung oder Nierenerkrankungen in der Familie.

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Prostata

★★

PSA-Test nach informierter Entscheidung; MRT vor jeder Biopsie.

Besprechen ab 50 Jahren; ab 45 bei familiärer Belastung oder afrikanischer Herkunft; ab 40 bei BRCA2-Trägern (EAU).

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Leber

★★

Fibrose-Score (FIB-4), Ultraschall oder Elastographie.

Sinnvoll bei Übergewicht, Diabetes, metabolischem Syndrom oder regelmäßigem Alkoholkonsum.

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Haut

★★

Ganzkörper-Hautuntersuchung mit Dermatoskop.

Am nützlichsten bei vielen Muttermalen, heller Haut, früheren Sonnenbränden oder Melanomen in der Familie.

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Ganzkörper-MRT

—

Bildgebung ohne konkrete Fragestellung.

Nicht als Routine-Screening. Häufige Zufallsbefunde, kein belegter Nutzen; besonderen Hochrisiko-Syndromen vorbehalten.

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Aufkommende Wissenschaft

Interessant, aber noch nicht belegt.

Diese Tests sind wissenschaftlich ernst zu nehmen und werden oft beworben. Keiner hat bisher gezeigt, dass er Menschen zu einem längeren oder gesünderen Leben verhilft. Wer sie macht, sollte das wissen.

DunedinPACE (Alterungstempo)

Misst über DNA-Methylierung, wie schnell Sie biologisch altern. Reagiert in einer randomisierten Studie auf Lebensstil; die klinische Konsequenz ist offen.

★ Aufkommend

Multi-Krebs-Bluttests

Suchen Tumor-DNA im Blut. In der NHS-Galleri-Studie (2026) wurden weniger Stadium-IV-Tumoren gefunden, das Hauptziel, insgesamt weniger fortgeschrittene Tumoren, wurde aber verfehlt. Effekt auf die Sterblichkeit: unbekannt.

★ Aufkommend

Omega-3-Index

Anteil von EPA und DHA in den roten Blutkörperchen. Mit dem Herzrisiko verknüpft; ob eine Anhebung hilft, ist nicht belegt.

★ Aufkommend

IGF-1, Cystatin C, Fibrinogen

Bei bestimmten klinischen Fragen nützlich. Als allgemeine Langlebigkeitsmarker ist die Datenlage dünn.

★ Je nach Profil
Was Sie sich sparen können

Beliebt, teuer und nicht durch Evidenz gestützt.

Einen Test wegzulassen ist auch eine Entscheidung. Diese würden wir ohne konkreten medizinischen Grund nicht machen.

Routinemäßiges Ganzkörper-MRTViele Zufallsbefunde, Folgeeingriffe, kein belegter Nutzen.
Tumormarker ohne BeschwerdenCEA, CA 19-9, CA-125 und ähnliche eignen sich nicht zur Früherkennung.
Routine-Ultraschall der SchilddrüseFindet viele harmlose Knoten und führt zu Übertherapie.
NAD+-Spiegel, TelomerlängeOhne Konsequenz für Vorsorge oder Behandlung.
Nicht validierte „Bio-Age“-TestsErgebnisse schwanken stark zwischen Anbietern und über die Zeit.
IgG-Tests auf NahrungsmittelunverträglichkeitMessen Kontakt mit Lebensmitteln, keine Unverträglichkeit.
Vitamin-InfusionenKein Nutzen ohne nachgewiesenen Mangel.
Testosteron bei normalen WertenRisiken ohne belegten Nutzen.
Anbieter wählen

Woran Sie einen guten Check-up erkennen.

Dieses Journal empfiehlt keine bestimmten Praxen oder Kliniken. Mit diesen Fragen können Sie ein Angebot selbst einschätzen.

Zeichen eines guten Anbieters

  • Erklärt bei jeder Untersuchung, warum sie gemacht wird und was aus einem auffälligen Ergebnis folgt.
  • Sagt Ihnen, was nicht untersucht wird, und warum.
  • Spricht offen über Fehlalarme und Überdiagnosen.
  • Hat einen klaren Plan für auffällige Befunde, einschließlich der Frage, wer sich um die Abklärung kümmert.
  • Gibt Ihnen alle Befunde und Berichte mit.
  • Nennt den vollständigen Preis vorab.
  • Nimmt sich Zeit für ein echtes ärztliches Gespräch.

Warnzeichen

  • „Ganzkörper-Scan für alle“, unabhängig vom Risiko.
  • Pakete, die mit über 100 Laborwerten werben.
  • Tumormarker oder Gen-Panels ohne Anlass.
  • Befunde per E-Mail ohne Besprechung.
  • Nahrungsergänzung, Infusionen oder Folgeprodukte direkt vor Ort.
  • Zeitdruck bei der Entscheidung oder Abo-Modelle.

Unabhängigkeit: Health Detectors hat keine Partner, keine Sponsoren, keine Werbung und keine Affiliate-Links und erhält keine Zahlungen von Anbietern medizinischer Leistungen.

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